„Der positive Fußabdruck“ auf dem C2CC in Lüneburg

„Der positive Fußabdruck“ auf dem C2CC in Lüneburg

Am 20. & 21. Oktober fand in Lüneburg der vierte Cradle to Cradle Congress (C2CC) statt. Ingrid Richl, Initiatorin des Projekts „Der positive Fußabdruck“, war direkt vor Ort und berichtete dem MINT Zirkel von ihren Eindrücken.

800 Teilnehmende aus Deutschland und weltweit

„Die Menschen in 100 Jahren werden klüger sein. Sie werden gar nicht begreifen, dass wir jemals ohne C2C produziert haben“, prophezeite der Philosoph und Publizist Dr. Michael Schmidt-Salomon. Durch diese und andere provokante Aussagen der Abschlussrunde des Kongresses wurden der Anspruch und die Motivation des Konzepts Cradle to Cradle (kurz C2C, deutsch: „von der Wiege zur Wiege“) deutlich. Insgesamt 800 internationale und deutsche Teilnehmer*innen der weltweit größten C2C-Veranstaltung trafen in Lüneburg zusammen. Akteur*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft tauschten dabei Ideen aus, bauten neue Netzwerke auf und bestehende Kooperationen aus. Auch Sprecher*innen aus den USA und den Niederlanden waren mit von der Partie. Der Kongress stand unter der Schirmherrschaft der Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks und des Präsidenten der Leuphana Universität Lüneburg Prof. Dr. Sascha Spoun.

Das Konzept verbreiten und Hoffnung auf positive Veränderung ausstrahlen

Prof. Dr. Michael Braungart, Vordenker und Aushängeschild der C2C-Bewegung, berichtete bei der abschließenden Diskussion von der Treibkraft des Projekts. Dieses fußt auf der branchenübergreifende Produktion mit dem Ziel der Wiederverwertung von Rohstoffen und der Vermeidung von Müll, der nicht mehr in die biologischen und organischen Kreisläufe zurückgeführt werden kann. Dadurch bietet das Konzept einen neuen, umweltorientierten Lösungsansatz für die Industrie. Namhafte Akteur*innen, unter anderem aus den Bereichen Textil, Druck, Kunststoff und ökologische Landwirtschaft, diskutierten in diversen Formaten über C2C als Innovationsmotor. Das Vertiefungsthema war dabei Bau und Architektur. Nora Sophie Griefahn, Geschäftsführerin des C2C e.V., hob hervor, dass C2C die unterschiedlichsten Bereiche der Gesellschaft und Wirtschaft betrifft.

Auf dem Kongress wurde in zahlreichen persönlichen Gesprächen deutlich, dass für viele das Konzept des C2C Hoffnung und Zuversicht darstellt, die Zukunft positiv gestalten zu können. Dies sendet, gerade in einer Zeit der Umweltkrisen, eine positive Nachricht. So wurde von anwesenden Lehrer*innen ausgedrückt, dass Lehrende es ihren Schüler*innen schuldig seien, diese Hoffnung auf positive Veränderung weiterzugeben und sie zu ermuntern, selbst daran mitzuwirken. Prof. Dr. Michael Braungart mahnte auf dem Kongress: „Es ist Zeit zu handeln. Jeder kann etwas tun.“

„Der positive Fußabdruck“ stellt sich vor und erhält viel Zuspruch für die nächsten Schritte

Zwischen den Paneldiskussionen hatten die Teilnehmer*innen die Gelegenheit, sich an verschiedenen Stehtischen über einzelne Themen zu unterhalten und zu informieren. Auch das Projekt „Der positive Fußabdruck“, welches Ingrid Richl in Kooperation mit dem MINT Zirkel durchführt, war hier vertreten. Die Idee, aus verschiedenen Perspektiven und dem Konzept des C2C ein Lehrbuch zu entwickeln, stieß bei den Teilnehmer*innen auf reges Interesse. Viele der Interessierten signalisierten ihre Bereitschaft, an dem Projekt mitzuwirken, entweder beim Lehrmaterial direkt oder später in der Verbreitung online über die Plattform des MINT Zirkels. Das allgemeine Interesse an Schulmaterial zu dem Thema war sehr groß und lässt darauf schließen, dass das Lehrwerk „Der positive Fußabdruck“ großes Potenzial hat. Dieses auch zu nutzen, wird die große Herausforderung des Projekts. Zurzeit versammeln wir eine offene Gruppe von Teilgeber*innen, um konkrete Entwürfe zu diskutieren. Die ersten Inhalte und Ergebnisse sollen in den nächsten Wochen auf dem MINT Zirkel Blog veröffentlicht werden.

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